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Brauereigebäude
vor dem 2. Weltkrieg

 

 

 

 

 

 






Blick in die alte Druckerei





Edda & Lutz



Provisorische Trocknung im Keller...




Erster Vierfarbdruck
von hansadruck 1986!

 

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ein stück kieler zeitgeschichte

Gewerbe mitten im Wohngebiet
Das Gebiet östlich des Knooper Weges wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erschlossen. Auf dem Gelände der Hansastr. 48 wurde das »Holsteinische Brauhaus« (Marke »Hobra-Bräu«)1908 erbaut. Die Lage war für eine kleine Brauerei optimal, weil die Auslieferungswege damals möglichst kurz sein mussten.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die Brauerei mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und 1928 wurde sie endgültig aufgegeben. In das Gebäude zogen wechselnde Gewerbebetriebe ein, unter anderem eine Sauerkrautfabrik.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte die Nutzung noch mehrmals. Längere Zeit war eine Sanitärfirma Eigentümer und Hauptnutzer. Die Erben verpachteten einen Großteil des Geländes als Auslieferungslager an die Berliner Schultheiss-Brauerei. Die oberen Stockwerke wurden Ende der 70er Jahre nach und nach als Wohnraum an studentische Wohngemeinschaften vermietet.

Nach dem Tod der letzten Eigentümerin und nachdem Schultheiss Kiel verlassen hatte, kaufte Anfang 1981 die Wankendorfer Baugenossenschaft Gelände und Gebäude »auf Abriss«, um neue Eigentumswohnungen zu errichten.

Das Wohn- und Lebensprojekt hansastraße 48
Am 26. März 1981 besetzten die Bewohner mit der Unterstützung von Freunden das Gelände. Die Bewohner gründeten einen Verein, der das Haus von der Wankendorfer Baugenossenschaft erwerben konnte und noch heute Eigentümer des Geländes ist.

Um ihre Vision vom »Leben und Arbeiten unter einem Dach« umzusetzen, richteten die Bewohner verschiedene Werkstätten, ein Kommunikationszentrum und einen Kinderladen ein.

Unter anderem entstanden eine Autowerkstatt, eine Fahrradwerkstatt und eine Druckerei. Ursprünglich als reine Selbsthilfewerkstätten ohne kommerzielle Ausrichtung betrieben, entwickelten sich einige davon schnell zu professionellen Betrieben. Einer der Bewohner, der nach abgeschlossenem Englisch- und Kunststudium umgesattelt hatte, zog mit der Autowerkstatt auf den Nachbarhof um. Heute ist er Chef von »Joe’s Garage« und Obermeister der Kfz-Innung in Kiel.

Die Anfänge von hansadruck
Im Sommer 1981 wurde den Bewohnern der Hansastr. 48 eine Druckmaschine angeboten, eine ausgemusterte AM-Multilith im DIN-A4-Format. Die Maschine hatte mehrere Jahre irgendwo auf dem Lande in einer Scheune gestanden, wohin sie Ende der 70er Jahre von Mitgliedern einer kleinen linken Gruppe geschafft worden war. Im »Deutschen Herbst« hatte die Gruppe befürchtet verboten zu werden und dafür gesorgt, dass sie in diesem Fall weiter agitieren konnte. Aber das Verbot kam ebenso wenig wie die Notwendigkeit zu agitieren.

Mit dieser Druckmaschine startete die Druckerei als Selbsthilfewerkstatt. Wer Flugblätter brauchte, musste sie sich selber drucken. Weil das den »Kundenkreis« stark einschränkte, half man beim Drucken, verzichtete aber auf eine Entlohnung. Das war weiter kein Problem, waren doch die meisten MitarbeiterInnen in irgendwelchen Zusammenhängen auch außerhalb der Hansastraße aktiv und man war überall bekannt. Später kam eine zweite Multilith-Druckmaschine ins Haus und die Aufträge wurden immer mehr.

Vom alternativen Betrieb zur modernen Druckerei
Von Anfang an war die Druckerei ein Kollektiv, das Arbeit und Betrieb gemeinsam organisierte. Im März 1986 wurde offiziell der Gewerbebetrieb angemeldet und die Räume in der ehemaligen Abfüllung der Brauerei füllten sich mit Aggregaten für Druckvorbereitung, Druck und Verarbeitung.



1986 kaufte hansadruck eine gebrauchte DIN-A3-Druckmaschine vom AStA der Fachhochschule Kiel. Das Geld, 600 DM, wurde vom Hausverein vorgeschossen und musste abgestottert werden. 1988 wurde die erste »richtige« Druckmaschine angeschafft, eine Heidelberger KOR Baujahr 1963. Damit war der Einstieg in den professionellen Offsetdruck geschafft. Kurze Zeit später folgte eine, natürlich ebenfalls gebrauchte, 2-Farben-Druckmaschine aus tschechischer Produktion.

Im Jahr 1993 konnte hansadruck hinter dem Hauptgebäude einen Neubau beziehen und schon ein Jahr später wurde die erste wirklich »neue« Druckmaschine aufgestellt: Eine Ryobi 522PF. 1997 wurde die 2-Farben-Adast-Druckmaschine gegen eine 2-Farben-GTO von Heidelberg ausgetauscht.

Die Arbeit in der Druckerei, die anfangs Zubrot zum Studium gewesen war, wurde für immer mehr MitarbeiterInnen zur Hauptbeschäftigung. Um das Prinzip der gemeinschaftlichen Verantwortung auch formal festzuschreiben, wurde hansadruck 1999 in die Hansadruck- und Verlags GmbH und Co KG umgewandelt, bei der alle MitarbeiterInnen gleichberechtigte Gesellschafter waren.

Während die Druckerei sich zunehmend professionalisierte, wechselte auch die Zusammensetzung des Teams. Ein Teil der MitarbeiterInnen ging nach Abschluss ihres Studiums in ihre Berufe, andere wechselten zu anderen Betrieben. Die MitarbeiterInnen, die nach und nach dazukamen, sind ausgebildete Fachkräfte oder werden bei hansadruck ausgebildet. Das »Inhaberkollektiv« besteht heute aus Thorsten Foit, Arne Langniß und Rüdiger Voges.

Heute ist hansadruck eine moderner Druckereibetrieb mit sehr hoher Fertigungstiefe, in dem fast alle Produkte von Layout und Druckvorbereitung über den Druck bis zur kompletten Verarbeitung komplett im Hause hergestellt werden.



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